Fachtag Scham

Impulse für einen fachlichen Dialog

Wer kennt das nicht aus Kindertagen oder der Schulzeit: eine Antwort nicht parat, auf dem falschen Fuß erwischt. Die Röte steigt einem ins Gesicht, am liebsten würde man sich verstecken. Doch kein Loch macht sich auf. Das Gefühl der Scham, der Peinlichkeit - es lässt sich einfach nicht abschütteln.

Im weiteren Verlauf des Lebens und gerade auch in der sozialen Arbeit verändern sich die Situationen der Beschämung: Bei der Essensausgabe die Armut belegen zu müssen, die Kinder nicht vernünftig für die Schule ausstatten zu können, schon lange keine Erwerbsarbeit mehr zu bekommen, bei Formularen auf die Hilfe anderer verwiesen zu sein, beim Amt auf die Gunst der Angestellten hoffen zu müssen sind nur einige Beispiele. Die Liste solcher Schamsituationen lässt sich fortführen und sie macht überdeutlich, dass soziale Arbeit oftmals von der Scham anderer berührt wird.

Dabei kann Scham durchaus hilfreich sein als deutliches Alarmsignal dafür, dass zentrale Bedürfnisse oder die Menschenwürde verletzt werden. Scham ist jedem Menschen vertraut und wird doch gerne übergangen. Auch werden Schamgefühle individuell sehr unterschiedlich ausgelöst. Was für den einen beschämend ist, muss für den anderen nichts bedeuten. Dieses individuelle Erleben von Scham macht die Kommunikation darüber im Alltag und in unmittelbar beschämenden Situationen schwierig, denn einfache Antworten oder eine Checkliste für gesichert schamfreien Umgang gibt es nicht. Fatal wird es, wenn der Umgang mit Beschämungen tabuisiert wird. Dann bricht sich Scham anders Bahn, kann umschlagen in Aggression, Hass, Ausgrenzung, Verachtung und Vereinsamung.

Dieser Fachtag greift die Ursachen von Scham auf, betrachtet ihren möglichen Nutzen und Schaden für Individuen, macht im Dialog Scham begreifbarer und hilft Wege aus der Beschämung zu finden.

Sie sind herzlich zu dieser Fachtagung eingeladen.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://caritas.erzbistum-koeln.de/campus/Fachtag_Scham.pdf


Anmelde-Status
Angebot bereits an/abgelaufen
Kurs Nr.
42517-03
Hinweise
Die Veranstaltung ist für Ehrenamtliche und Menschen mit Armutserfahrung kostenfrei.
Ort
Maternushaus, Kardinal-Frings-Str. 1 - 3, 50668 Köln
Datum
07.09.2017
Uhrzeit
09:30 - 15:30 Uhr
Kostenfreie Abmeldung bis
03.08.2017
Anmeldeschluss
20.08.2017
Teilnehmer/innen (max.)
150
Zielgruppe
Haupt- und ehrenamtlich Tätige in caritativen Diensten und Einrichtungen sowie alle weiteren Interessierten
Kosten für Mitarbeiter/in
15,00
Anmerkungen Kosten
für Hauptamtliche
Ansprechpartner/in
Michaela Hofmann (0221 2010 288) und Lydia Ossmann (0221 2010 219)
Referent/in 1
Dr. Stephan Marks
Profession
Sozialwissenschaftler, Sachbuchautor und Supervisor