Die rechtliche Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Grundlagen und aktuelle asyl- und aufenthaltsrechtliche Fragen

In diesem Seminar geht es um die Grundlagen und aktuellen asyl- und aufenthaltsrechtliche Fragen (Anhörung beim Bundesamt, Gerichtsverfahren beim Verwaltungsgericht, Zugang zur Ausbildungsduldung, Abschiebung aus Jugendhilfeeinrichtungen).

Die Betreuung und Vertretung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ist eine besondere Herausforderung, nicht nur in pädagogischer Hinsicht. Denn vom ersten Tag an treten Fragen auf, die das Aufenthaltsrecht der Jugendlichen in Deutschland betreffen. Seit Oktober 2015 sind Vormünder, wenn ihr Mündel keine anwaltliche Vertretung hat, verpflichtet, ihr Mündel in sämtlichen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen zu vertreten, und sie müssen Kenntnisse in dieser Materie vorweisen. 

Trotzdem sind die Bezugsbetreuerinnen und Bezugsbetreuer oft erste und wichtigste Ansprechpartner/innen, und auch für sie wird die Arbeit durch Kenntnisse über die rechtlichen Rahmenbedingungen erleichtert.

In diesem Seminar werden Grundlagen des Asyl- und Aufenthaltsrechts speziell von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen vermittelt. Dabei werden auch die Neuerungen durch das Gesetz zur Neubestimmung des Ausweisungs- und Bleiberechts, das Gesetz zur bundesweiten Verteilung von UMF und die sog. Asylpakete I und II sowie das Integrationsgesetz und das Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht vorgestellt. 

Arbeitsschwerpunkte sind u.a.:

  • Was sind die Voraussetzungen für einen legalen Aufenthalt in Deutschland?
  • Was ist der Unterschied zwischen einer Duldung, einer Aufenthaltsgestattung und einer Aufenthaltserlaubnis? 
  • Wie und wann sollte ein UMF einen Asylantrag stellen und wer hat eine Chance auf eine positive Entscheidung? 
  • Welche Informationen sind für das Asylverfahren wichtig und worauf kommt es bei der Anhörung zu den Fluchtgründen - dem „Interview“ - an? 
  • Welche Bedeutung haben ärztliche Stellungnahmen bzw. Gutachten? 
  • Was bedeutet es, „Fingerabdrücke in Italien“ zu haben, müssen auch Jugendliche mit einer innereuropäischen Abschiebung rechnen? 
  • Welche Folgen haben eine Flüchtlingsanerkennung, die Zuerkennung subsidiären Schutzes, eine Feststellung von Abschiebungsverboten oder eine Ablehnung des Asylantrages? 
  • Wann lohnt sich eine Klage gegen die Entscheidung des Bundesamtes, wie läuft das Gerichtsverfahren ab? 
  • Welche Alternativen zu einer Asylantragstellung gibt es, wie konkret gestaltet sich der Zugang zur Ausbildungsduldung? 
  • Mit welchem Papier dürfen Jugendliche ihre Eltern nach Deutschland holen und wie läuft der Familiennachzug ab? 
  • Darf die Ausländerbehörde verlangen, einen Pass beim Konsulat zu beschaffen?
  • Wie ist mit der Problematik von Abschiebungen aus Jugendhilfeeinrichtungen umzugehen? 

Weitere Fragestellungen / Themenschwerpunkte können Sie vor der Veranstaltung (Anmeldeschluss) zusenden. Herr Bender wird sie nach Möglichkeit in das Tagesprogramm aufnehmen.


Anmelde-Status
Frei – Anmeldung möglich
Kurs Nr.
21818-29
Ort
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V., Georgstraße 7, 50676 Köln
Datum
25.04., 26.04.2018
Uhrzeit
09:15 - 16:30 Uhr
Kostenfreie Abmeldung bis
21.03.2018
Anmeldeschluss
18.04.2018
Teilnehmende (max.)
20
Zielgruppe
Vormünder, Mitarbeitende von Jugendhilfeeinrichtungen und Jugendämtern sowie von Beratungsstellen, Sozialarbeiter/innen, Lehrkräfte
Kosten für Mitarbeitende
145,00
Kosten für Externe
145,00
Anmerkungen Kosten
incl. Verpflegung und Seminarunterlagen
Ansprechpartner/in
Christa-Maria Pigulla
Referent/in 1
Dominik Bender
Profession
Rechtsanwalt, Frankfurt a. M.
ECTS-Punkte
1,1