Starthilfe für Einsteiger in die stationäre Jugendhilfe


Einsteiger in den stationären Heimalltag mit den dazu gehörenden pädagogischen wie auch organisatorischen Herausforderungen geraten rasch an Grenzen bzw. in überfordernde Situationen. Die Fülle der Aufgaben und Themen gilt es nicht nur zügig zu erfassen, sondern auch möglichst rasch in eigenes Handeln zu integrieren.

Dabei lassen sich drei Kernthemen identifizieren:

  • Alltag organisieren
  • Verhalten verstehen
  • Krisen bewältigen

Diesen drei Bereichen werden wir uns im Rahmen der sechstägigen, an der Praxis orientierten, Weiterbildung intensiv widmen. Dabei werden wir auf den Arbeitsalltag und auf die konkreten Fragen der Teilnehmenden eingehen. Wir erarbeiten gemeinsam nutzbare und hilfreiche Optionen des Verstehens, einer angemessenen Haltung und des Umgangs in diesem pädagogischen Alltag.

Alltag organisieren
Oft unterschätzt ist die Bedeutung des Alltags einer stationären Gruppe bzw. des pädagogischen Konzeptes. Es gilt, diese Basis gut zu organisieren und in den Griff zu bekommen. Entlang vieler, scheinbar unbedeutender, alltäglicher Botschaften wird eine wesentliche Grundlage für die Stimmungen der Gruppe und eine souveräne, professionelle Präsenz der Erwachsenen gelegt.

Wir werden Kernelemente im Alltag identifizieren und anhand von konkreten Beispielen die Anzahl der überfordernden Stressoren im Bereich Tagesablauf, Tagesstruktur, Basisregeln des Zusammenlebens usw. reduzieren. Wir werden anwendbare Vorgehensweisen üben. Ein Thema ist dabei angemessenes Durchsetzungsverhalten jenseits von Brüllen, Drohen und Erpressen.

Verhalten verstehen
Die individuellen Belastungen, die unsere Kinder und Jugendlichen in den professionellen Heimalltag und dessen Aufträge und Ziele mitbringen, sind vielfältig. Meist erschließt sich das „wieso verhält der/die sich so“ nur allmählich und nach intensiver Suche, Diagnostik, Beratung usw.

Wir werden ein Verstehens-Modell für die Entwicklung von Haltung, Verhalten, Einstellung vorstellen und methodische Herangehensweisen trainieren. Stichworte hierzu sind u.a. Trauma verstehen, Narzissmus, eigene Haltungen, Beteiligung, Feedback, dialogische bzw. kommunikative Prinzipien usw.

Krisen bewältigen
Selbst wenn die ersten beiden von uns benannten Kernthemen gut bewältigt sind, kommt es in dem „katastrophischen System Gruppe“ immer wieder zu hoch belastenden Krisensituationen mit (grenz-)verletzendem Verhalten.

An dieser Stelle hilft ein grundsätzliches Verständnis von Krisen, eine Klarheit über die Stressmechanismen und eine Kenntnis darüber, was wann überhaupt möglich ist. In diesem Thema erfahren wir uns an Grenzen bei Stress und lernen hilfreiche Methoden kennen, die diese Krisen überstehen helfen.

Die sechs Tage brauchen die Bereitschaft zu offener und engagierter Teilnahme. Wir werden neben einem angemessenen Input von Basistheorien vor allem die praktische Relevanz erarbeiten und konkrete Vorgehensweisen trainieren. Wir arbeiten mit kollegialer Beratung, Coachingelementen, (auch) körperlichen Übungen, Videotraining.

Wir gehen davon aus, dass Sie fast alles wissen, gut ausgebildet und motiviert sind. Dabei werden wir Sie unterstützen.


Anmelde-Status
Frei – Anmeldung möglich
Kurs Nr.
21818-11
Ort
Tagungs- und Gästehaus St. Georg, Rolandstr. 61, 50677 Köln
Datum
22.02., 23.02., 26.04., 27.04., 14.06., 15.06.2018
Uhrzeit
09:30 - 17:00 Uhr
Kostenfreie Abmeldung bis
18.01.2018
Anmeldeschluss
15.02.2018
Teilnehmende (max.)
14
Zielgruppe
Neue Mitarbeitende aus der stationären Erziehungshilfe
Kosten für Mitarbeitende
750,00
Kosten für Externe
750,00
Anmerkungen Kosten
incl. Verpflegung und Seminarunterlagen
Ansprechpartner/in
Dominik Duballa
Referent/in 1
Roger Krämer
Profession
Erzieher, Diplom-Sozialpädagoge, Systemischer Coach
Referent/in 2
Achim Dümmler
Profession
Diplom-Psychologe
ECTS-Punkte
3,2